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Corona hat alles geändert, wir tragen Mund- und Nasenschutz, die Schwimmhallen, Sporthallen, Restaurants, Büros, Werkhallen – alles geschlossen. Unsere Kontakte und Treffen mit Familie, Kollegen, Freunden und Bekannten sind auf ein Minimum reduziert oder finden online im Netz statt. All das hält uns aber nicht davon ab die Laufschuhe anzuziehen und neue Wege zu erkunden.
Als Alternative zum Fichtelbergultra, den ich am kommenden Samstag laufen wollte, bin ich 50km auf dem Malerweg von Dresden nach Wehlen gelaufen:          Malerweg von Dresden nach Wehlen


Der Veranstalter des Ultra Race Romania hat zum virtuellen Etappenlauf aufgerufen. Ob der „echte“ lauf im August stattfinden kann, ist noch nicht sicher.

Beim „Ultra Race Romania Lockdown Edition“ waren in sechs Etappen 70 Kilometer zu laufen, die Etappenlängen waren vorgegeben: 10 km, 12 km, 11 km, 20 km, 9 km und 8 km.

Bei dem Rennen waren ca. 400 Läufer aus der ganzen Welt am Start, darunter viele Lauffreunde vom letzten Jahr dabei, mit denen ich in Australien durch das Outback bei „The Track“ gelaufen bin. So war es schön, wenigstens in Gedanken mit ihnen verbunden am Start zu stehen.

Die 6 Tage waren hart, für die meisten Teilnehmer. Es waren nicht die Distanzen, sondern die Geschwindigkeit. Normalerweise laufe ich lang und langsam. Hier hieß es sechs Tage ans Limit gehen, das Gefühl eines Wettkampfes war da. Die Zeiten wurden täglich per App an den Veranstalter gemeldet und so konnte man am nächsten Tag die aktuelle Platzierung sehen. Über die Social Media waren wir vernetzt und so erhielt man täglich Einblick in die Laufstrecken der anderen Teilnehmer. Wir hier in Deutschland können uns glücklich schätzen, dass wir ohne große Einschränkungen in der Natur laufen dürfen. Viele Teilnehmer konnten nur auf dem Laufband, in der Wohnung, Garten, Balkon oder im Umkreis von 1 km die Strecken bewältigen.

Am Ende habe ich für die 70 km 6 Stunden, 36 Minuten und 30 Sekunden gebraucht. Ich war zufrieden und die Tage waren eine tolle Trainingseinheit für die Grundschnelligkeit.

Mit unseren Startgebühren von zehn Euro haben wir auch einen guten Zweck unterstützt. Die Hälfte der Startgebühren wurden für Therapiestunden für Kinder mit Autismus in Rumänien gespendet. Insgesamt können sich die Kinder über 144 Stunden freuen.



Vor 49 Jahren organisierte der 1927 in Cottbus geborene Heinz Florian Oertel den ersten Neujahrslauf in Berlin (Ost). Heinz Florian Oertel ist ein ehemaliger deutscher Reporter, Moderator und Schauspieler. Er war jahrzehntelang als Sportkommentator im Hörfunk und im Fernsehen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) tätig und bei den Hörern und Zuschauern außerordentlich populär. Auch beim Dresden Marathon ist er schon als Moderator in Aktion gewesen. Bekannt ist er vor allem durch sein Ausruf „Liebe junge Väter vielleicht oder angehende, haben Sie Mut! Nennen Sie Ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages ruhig Waldemar! Waldemar ist da!“, mit dem er während der Live-Berichterstattung im Fernsehen den zweiten Marathon-Olympiasieg des DDR-Läufers Waldemar Cierpinski bei den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau am 1. August 1980 kommentierte.

1990 wurde dann gemeinsam mit Horst Milde, einem ehemaligen deutschen Leichtathleten und Begründer des Berlin-Marathon der Neujahrslauf im vereinigten Berlin mit mehr als 25.000 Teilnehmern organisiert. Besonders schwierig war damals die Streckenfindung, da die „Löcher“ in der Mauer noch nicht so groß waren, um das Läuferfeld durch beide Teile Berlins zu führen. Kurzerhand räumten ein paar Grenzsoldaten der DDR ihre Kontrollhäuschen am Brandenburger Tor zur Seite und schafften damit Platz. An diese Ereignisse erinnerte Horst Milde beim diesjährigen 49. Neujahrslauf in Berlin. Gestartet wird vor dem Brandenburger Tor und das Läuferfeld wird von Zugläufern (besser Bremsläufern) gemächlich Unter den Linden bis zu Platz vor dem Roten Rathaus geführt, um den Dom herum über 4 km zum Brandenburger Tor zurückgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos. Es kann aber für die Björn-Schulz-Stiftung gespendet werden, die Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern im Alter von 0 – 27 Jahren begleitet mit dem Sonnenhof-Hospiz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, verschiedenen ambulanten Diensten, mit Möglichkeiten für Nachsorge und Erholung sowie Trauerangeboten für die Zeit nach dem Tod des Kindes.



nächster Lauftreff

Torhäuser Großer Garten
Mittwoch, 15. Juli 2020
um 18:00:00 Uhr   (nähere Infos)