Am Vortag des Dresden Marathons veranstaltete unser Verein nach zweijähriger Pause wieder einen Benefizlauf zur Unterstützung der Trainingsgruppe von Eric Hass beim Dresdner SC.

Nach einem gemeinsamen entspannten Lauf über mehrere Brücken der Elbe fanden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Maritim Hotel zu einem kleinen Frühstück zusammen, bei welchem über die Lauferlebnisse gefachsimpelt wurde.

Eric Hass stellte die Vorhaben der Trainingsgruppe vor und berichtete u. a. dass in diesem Jahr erstmalig ein Höhentrainingslager in Livingno durchgeführt wurde und dass die Sportler zukünftig stärker auf den Langdistanzen trainiert werden. So wächst im Leistungssport sicher auch eine Generation nach, die den Dresdener Laufsport bei nationalen und internationalen Bahn- und Straßenläufen erfolgreich vertreten können.

Um dieses zu unterstützen spendeten die „Benefizläufer“ kräftig. Dieser Betrag wurde großzügig durch die Ostsächsische Sparkasse aufgerundet, so dass der Trainingsgruppe insgesamt 2000 Euro übergeben werden konnten.

Wir danken allen Beteiligten für diese finanzielle Unterstützung und einen gelungenen Auftakt zu unserem Marathonwochenende.



Das Mitlaufen zum Dresden Marathon war für mich wieder Ehrensache. Da ich seit über einem Jahr keinen Lauf über 42 km mehr absolvierte, hatte ich diesmal keine Ahnung, wie es laufen wird. Die Arthrose im rechten Knie war der Grund. Die kleinen Tempoläufe über 10 km in den letzten Wochen versprachen eine gute Substanz. In der Woche des Marathons eine 3-Tages Radtour von Cottbus über Peitz nach Dresden gemacht – das klappte ohne Probleme. Terminlich kann man das machen, man muss es aber nicht. Ich habe es durchgezogen.

Freitag und Sonnabend auf der Messe zum Dresden Marathon am Stand des Ultralauf 10 gestanden. Quasi als Einstimmung für den Sonntag. Wettertechnisch versprach es, ein super Tag zu werden.

Pünktlich zum Marathon am Sonntag aufgestanden. Ein Wink des Schicksals ließ mich kurz am Start zweifeln. Aber mein Kopf und mein Herz sagten dann ja. Mein Platz war im Startblock B. Da traf ich André Klemt aus Görlitz und Anke Schülke aus Berlin. Ganz kurzer Plausch und ab ging es. André meinte: „Die 3:30er Zeitläufer wären doch was für Dich.“ Mein Ziel war eine Zeit um 3:45 h. Da ich dicht an den 3:30er dran stand, ließ ich mich von Ihnen ziehen. Auf meiner Uhr stand was von einer 5:20er Pace. Das war mir gefühlt zu langsam. Also überholte ich nach kurzem Zögern. Dass die Zeitläufer absolute, routinierte Profis sind, ist mir bewusst. Aber für mich hat es nicht funktioniert. Nun fühlte ich mich als Gejagter. Das war nicht gut. Natürlich versuchte ich ruhig zu laufen. Am Großen Garten hatte ich einen guten Vorsprung herausgelaufen. Sollte ich unter 3:30 h ankommen? Weiter, nur weiterlaufen. Auf der ersten Runde ließ ich alle Wasserstellen aus, nur ein paar Stückchen Banane und 2 Riegel von GU gönnte ich mir. Wasser gab es aus meinem Laufrucksack. Nach 21 km zeigte meine Garmin Uhr 1:42 h an. Gar nicht mal so schlecht. Die HM-ler liefen in Richtung Ziel und ich in die zweite Runde.

Es ging gut – noch. Ich spürte, dass es nun wieder hart werden wird. Meine Blase zwang mich nach 27 km zum zweiten Mal zum Boxenstopp. In diesem Moment zogen die 3:30er Zeitläufer an mir vorbei. Das war deprimierend, egal zum Heulen blieb keine Zeit. Mein nächstes Ziel war die 30 km Marke und schauen was die Uhr sagt. Sie sagte, die 3:45 Std sind drin, wenn du einfach nur läufst. Die Oberschenkel waren längst zu. Mein sturer Dickkopf gab den Befehl zum Weiterlaufen. Heute ist Marathon und wer leiden will, muss 42 km laufen. Ich gehöre definitiv dazu. Ab Km 35 wurden meine Beine wieder locker. Geht doch, mein Körper war wieder im Einklang. Man muss nur miteinander reden. Die vielen Streckenposten in Uniform oder in Zivil fielen mir auf. Danke, so konnten wir ungestört laufen. Den Rettungswagen des DRK und der Malteser auf der Laufstrecke wurde selbstverständlich Platz gemacht. Denn Einsatz ist Einsatz. Nun war es ja nicht mehr so weit. 5+2 Kilometer rechnete ich mir vor. Die gute Laune stieg, mental war ich aber noch vorsichtig. So ging es in Richtung Ziel. Die letzten Kilometer kannte ich genau. Es machte Spaß. Die nachfolgenden Kilometerschilder waren eine Augenweide. Denn sie bedeuteten, dass ich bald in meiner Wunschzeit ankommen werde. Vielleicht sogar früher? Der Blick auf meine Garmin-Uhr versprach es. Mit dem Einbiegen auf das Terrassenufer war der Damm gebrochen. Nur 1 km und Äppelstücke.

Die letzten Reserven aktiviert oder sie aktivierten mich. Vorbei am Kahnaletto, am sächsischen Landtag. Da waren die letzten 100 Meter da – geil. Andreas Fischer der Sprecher im Ziel peitschte mich zusätzlich an. „Schnellster Koch“ von Sachsen. 3:40 h stand auf der Anzeige. Im Ziel meine Kameraden vom DRK begrüßt. Jetzt hatte ich richtig Durst. Cola mit Wasser war mein Getränk. Auf einem Stuhl der Malteser verbrachte ich ein paar Minuten zum Entspannen. Die Sanitäterin vergewisserte sich, dass es mir gut geht. Ich wollte einfach nur sitzen und die Ankunft genießen.

Nun schnell zur Massage. Ute und Irmi vom Dresden Marathon e.V. sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Ich wurde von der Mentorin der Physiotherapeuten betreut. Das nutze ich gleich, um meine Anfrage zur Physiotherapie für den Ultralauf 10 anzubringen. Hoffentlich klappt es. Denn nach den extralangen Laufetappen ist vor der Massage. Damit man schnell wieder fit wird. Ja nun. Alles Feierabend oder was? Natürlich nicht.

Denn beim Aufräumen versprach ich dem Veranstalter des Dresden Marathon im Congress Center zu helfen. Dank der guten Physiotherapie ging es mir ganz gut. Mit einem Lächeln begrüßte mich Ron Peter (Sohn eines berühmten Läufers). Wir sehen uns nur einmal im Jahr nach dem Marathon und sind doch gute Freunde. Einige Zeit räumten wir verschiedene Sachen in seinen Transporter und brachten diese ins Lager.

Ron fuhr mich dann noch nach Hause. Vielen Dank. Denn auf die Bahn hatte ich keine Lust mehr, obwohl ein Fahrschein in der Startnummer incl. war. Was vielleicht für das nächste Mal cool wäre, den 10er etwas früher zu starten. Dann könnte man in Dresden City einen Ultra laufen – 😉das wäre ein Traum. Vielen Dank an Reiner für die Trainingspläne, die haben funktioniert!



 Ironman70.3 in Dresden – nach der Euphorie im letzten Herbst folgte die Ernüchterung im Juli und Verschiebung auf den September. Die Diskussionen um die Absage/Verschiebung auf September lass ich mal weg, dazu ist genug kommuniziert worden.

Das Veranstaltungswochenende kam näher und beim Blick auf die Wettervorhersage wurden auch bei mir die Zweifel größer, ob ich da wirklich starten will.

Sonntagmorgen 4:30Uhr Starkregen, einstellige Temperaturen um die 9°C, Wind und stürmische Böen bis 60km/h. Am Samstagabend war deshalb schon Neopflicht und verkürzte Schwimmstrecke angekündigt worden 🌧️🌧️🌧️.

Schwimmen
In der Wechselzone skeptische Blicke vieler Triathleten zum Himmel und in die WetterApp. Ein paar Profis und Altersklasseathleten schoben ihr Rad schon wieder aus der Wechselzone raus. Am Ende sollten dann nur noch 400 Triathleten in`s Hafenbecken vom Alberthafen springen. Mit gemischten Gefühlen hab ich den Neo, zwei Schwimmkappen und Strümpfe angezogen, mir einen Regenponcho übergezogen und bin Richtung Schwimmstart gelaufen.

Die Schwimmstrecke wurde auf 750m gekürzt und Einschwimmen viel heute auch aus. Ich hatte aber noch eine Wasserflasche bei mir und hab mir den Inhalt vorsorglich in den Neo gekippt. Strümpfe ausziehen, Poncho an der Seite ablegen …

… und dann gings relativ schnell die Treppe runter und in`s Wasser. So schlimm fand ich die 16.5°C gar nicht. Den Gegenwind und die Wellen allerdings schon. Das Schwimmen im Hafenbecken hat mir jedenfalls Spaß gemacht. Der Blick die 5m hohen Spundwände hoch zu den Hafenkränen hatte was Besonderes. Nach den ersten 50 Metern hatte ich meinen Rhythmus gefunden und nach 17 Minuten war alles auch schon wieder vorbei – ich stand am Schwimmausstieg. Die Zeitmessmatten lagen oben auf der Straße, weshalb die offiziellen Schwimmzeiten etwas länger waren. Auf der Treppe ein kurzes „Hallo“ zu Maik Petzold und schon war ich im Wechselzelt.

Ich hatte geplant mich nach dem Schwimmen komplett umzuziehen, auch wenn die Wechselzeiten dadurch länger als im Normalfall werden würden. Am Ende hab ich für das Anziehen von Triathlon Suit, T-Shirt, dicke Rad- und Regenjacke, Strümpfe, Beinlinge, Mütze und Handschuhe 13 Minuten gebraucht. Aber die Investition hat sich gelohnt.

Radfahren
Die Radstrecke führte auf der B6 bis zur Autobahnabfahrt Dresden-Altstadt und dann rauf auf die Dresdner Elbhänge nach Merbitz, Rennersdorf, Klipphausen, Polenz. Die Strecke zwischen Merbitz und Polenz wurde 2-mal gefahren, ist wellig und sehr windanfällig. Ich wohne in der Nähe, kenne die Gegend von vielen meiner Trainingsausfahrten und wusste auch an welchen Stellen ich auf den Straßenbelag und scharfe Kurven achten musste.

Zwei Wochen vor dem Ironman70.3 sind wir mit dem Moritzburger Triathlonverein die Radstrecke schon mal im Regen und bei starken Wind-Böen abgefahren. Ich wusste also was da in den nächsten Stunden auf mich zukommt.

Auf Grund des Wetters, hatte ich mich im Vorfeld schon entschieden auf Sicherheit zu fahren und nicht auf die Zeiten zu gucken. Das hieß sensibel und auch langsam fahren, vor allem sensibel bremsen, das Tempo dem Regen und dem Wind, der in Spitzen mit 60km/h nicht nur von vorn, sondern oft von der Seite kam, den nassen Straßen und der Strecke anzupassen.

Dazwischen kam immer wieder auch die Sonne 🌞raus. In Sora begrüßte uns über den Feldern ein wunderschöner Regenbogen. Das Wetter hat die Bewohner in den Dörfern entlang der Strecke auch nicht davon abgehalten uns anzufeuern. Die Stimmung hatte, vor allem in Klipphausen, teilweise Volksfestcharakter.

Meine Ernährung hat super funktioniert, ich hatte Maurten im Radtrikot dabei und brauchte an den Verpflegungspunkten nur Wasser. Die Helfer dort waren nicht zu beneiden. Mitten im Wind, den Regenschauern nahezu ungeschützt ausgesetzt, hatten die immer ein Lächeln im Gesicht. Ihr habt einen super Job gemacht – DANKE!

Ohne meine 4 Lagen Shirts, die Beinlinge, Überschuhe, Mütze, Buff und Handschuhe wäre ich, wenn überhaupt, nur als Eiszapfen in der Wechselzone wieder angekommen. So aber konnte ich nach 3:41:35h mein Rad wieder in der Wechselzone abstellen und freute mich riesig auf die Laufstrecke.

Vorher war aber wieder umziehen angesagt, was auch wieder etwas länger dauerte. Jens und Kai waren da, die unbedingt Fotos machen wollten und das Umziehen war mit nicht gekannten Herausforderungen verbunden. Ich hatte die Laufschuhe schon an, aber die Beinlinge noch nicht ausgezogen. Also nochmal Schuhe aus-, Beinlinge aus- und Schuhe wieder anziehen. Die Ärmlinge und den Buff hatte ich auch noch an. Die hab ich dann aber einfach in den Tri Suit gesteckt. Das wäre mir beim Laufen dann ganz sicher zu warm geworden.

Laufen
Jetzt konnte nix mehr passieren – da war ich mir jetzt sicher 😊💪.

Drei Runden entlang der Elbe, über Albert- und Augustusbrücke, durch das Georgentor und über den Theaterplatz – darauf freute ich mich. Die Stadt war zwar nicht voll, aber es standen an jeder Ecke viele bekannte Gesichter, die eine Riesenstimmung gemacht haben.

Ich hatte zwar zwischendurch gedacht, der Wettergott ist wenigstens ein Läufer, wurde aber enttäuscht. Es war auch an der Elbe Gegenwind und genau dort gab es natürlich nochmal richtig Regenschauer. Aber das war, bei der Kulisse, auch egal 😊.

Mein Plan war die 21km „locker“ in einer 6er Pace zu laufen und Spaß zu haben. Ich wollte auf meine Ernährung achten und an einem der drei Verpflegungspunkte wieder nur Maurten und Wasser zu mir zu nehmen – und das hat super funktioniert.

Die Treppe hoch zur Augustusbrücke hat mich auch nicht gestört, im Gegenteil ich fand die sogar motivierend. Dafür entschädigte der Blick auf die Dresdner Altstadt und die Helfer mit den Rundenbändchen oben auf der Brücke. Auch zweimal am Ziel vorbeizulaufen war okay 💪😊.

Auf der letzten Runde nochmal Hände abklatschen, den Ausblick genießen und ich stand vor dem ZielTor auf dem Theaterplatz – FINISH💪👍🏊🚴🏃🎖️🏅🏆🙂

Am Ende hat meine Zeit von 6:26:33h für den dritten Platz in meiner Altersklasse und einen möglichen Slot für die WM in Lahti 2023 gereicht. Den Slot hab ich dann aber nicht genommen.

Ein großes DANKESCHÖN geht an die Wasserwacht, die DLRG, das DRK, die Polizei und die vielen Helfer an der Strecke – ihr habt einen super Job gemacht!



nächster Lauftreff

Thomas Müntzer Platz
Sonntag, 4. Dezember 2022
um 10:00:00 Uhr   (nähere Infos)